Mitten im Neuen Garten steht ein Bauwerk, das Rätsel aufgibt: Eine rote Backstein-Pyramide mit vergoldeten Hieroglyphen. Was wie ein Grabmal aussieht, hatte einen rein profanen Zweck – es war der Kühlschrank des Königs.
Funktion und Geschichte
Erbaut 1791–92, diente das Gebäude als Eiskeller ("Eiskammer") zur Lagerung von Lebensmitteln. Im Winter wurde Eis vom Heiligen See gesägt und in gut 5 Meter Tiefe im kühlen Kellerboden der Pyramide eingelagert. So konnten Friedrich Wilhelm II. und sein Hofstaat auch in den heißen Sommermonaten frische Speisen, Eiscreme und gekühlte Getränke genießen.
Warum Ägyptisch?
Zur Bauzeit (Ende 18. Jhd.) war die Ägyptomanie groß in Mode, beeinflusst durch Napoleons Feldzüge und
antike Ausgrabungen. Die Pyramidenform galt als Monument der Ewigkeit – eine extravagante Fassade für
einen simplen Zweckbau.
Interessantes Detail: Die Hieroglyphen an der Außenseite sind reine Fantasie
und ergeben keinen lesbaren Text.
Fakten für Besucher
- Muss man bezahlen? Nein, die Pyramide ist von außen frei zugänglich und kostenlos.
- Darf man hinein? Leider ist das Innere (der Eiskeller) in der Regel nicht öffentlich zugänglich.
- Bester Fotospot: Von der Seeseite aus, besonders am späten Nachmittag, wenn die Sonne die Vergoldungen zum Glänzen bringt.
Lage & Spaziergang
Die Pyramide liegt am Hauptweg zwischen dem Marmorpalais und der Meierei. Ein Spaziergang hierher führt direkt am Wasser entlang. Im Winter wirkt sie durch den Schnee besonders mystisch, im Sommer spenden die alten Eichen Schatten.
Koordinaten
52.4189° N, 13.0698° E
Mitten im Park, Nähe Heiliger See.
Verbindung
Ideal kombinierbar mit einem Besuch im Schloss Cecilienhof (5 Min. Fußweg) oder einer Einkehr in der Meierei/Brauhaus (5 Min. Fußweg).